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AG Akustische Medien

Diese AG befindet sich zur Zeit in einer Neugründungsphase. Bei Interesse an einer Mitarbeit mailen Sie bitte an Ulrike Bergermann (u.bergermann@hbk-bs.de) und Frank Schätzlein (s.u.).

Mit der Wandlung der Gesellschaft für Film- und Fernsehwissenschaft zur Gesellschaft für Medienwissenschaft ist auch eine Öffnung für Themen, Fragestellungen und Forschungsarbeiten aus dem Bereich der akustischen Medien verbunden. Die Arbeitsgruppe soll den an Audiomedien/akustischen Medien und akustischer Gestaltung interessierten GfM-Mitgliedern ein Forum bieten. Für den Namen der Gruppe wurde ausdrücklich nicht auf Begriffe wie Hörfunk, Radio, Hörspiel, Audiokunst o. ä. zurückgegriffen - die AG soll sich nicht ausschließlich mit den nur-akustischen Medien (Hörfunk, Telefon, Tonträger, Funk, Walkman), sondern auch mit der akustischen Seite audiovisueller Medien bzw. multimedialer Technik beschäftigen (Film, Fernsehen, Computer, CD-ROM, Internet). Zum Interessenfeld der AG Akustische Medien gehören deshalb auch Themen wie Filmmusik, Filmton, Sounddesign bei audiovisuellen Medien, Media-Soundscapes usw.

So lassen auch die Sendungen, Stücke, Installationen und Projekte zeitgenössischer Audiokünstler die Grenzen zwischen den auditiven und audiovisuellen Medien, zwischen Hörspiel, Musik, Theater und Medienkunst, zwischen Radio-Kunst, Klang-Kunst und Tonträger-Kunst verschwinden. Aus den Hörspielautoren der sechziger und siebziger Jahre sind Audiokunst-Produzenten geworden, aus den Audiokünstlern werden Medien-/Multimediakünstler.

Hier stellt sich die Frage nach der bestehenden medienwissenschaftlichen Forschung zu Audiomedien, zu den in diesen Medien realisierten künstlerischen Arbeiten und zur (digitalen) Audiotechnik bzw. Audioproduktion. Welche Forschungsergebnisse liegen vor? Welche Projekte existieren oder sind geplant? Und wie steht es mit der Methodik bzw. Methodendiskussion solcher Forschung?

Zahlreiche Aspekte akustischer Medien und auditiver Mediengestaltung werden bis heute nur selten medienwissenschaftlich untersucht: Dazu zählen beispielsweise das Sounddesign, die Tonträger-Ästhetik, die Audiokunst und die Entwicklung des modernen Hörspiels zur Medienkunst bzw. ?intermedialen? Kunstform.

Beispiel Hörfunk: Von wenigen Ausnahmen abgesehen sind die uns heute vorliegenden Untersuchungen zum Bereich des Hörfunks einerseits Arbeiten zur Rundfunkgeschichte und Programmforschung (Deutsches Rundfunkarchiv und Studienkreis Rundfunk und Geschichte), andererseits Auftragsforschung für die Landesmedienanstalten oder die Hörfunksender selbst. Hierbei geht es in der Regel um juristische, ökonomische und medienpolitische Aspekte oder um empirische Fragen der Rezeption und Akzeptanz neuer Sender, Sendetechniken und neuer Programmformen durch die Radiohörer. Die wenigen vorhandenen Veröffentlichungen zu anderen Aspekten des Radios - beispielsweise zur Hörspielpraxis, zur aktuellen Programmgestaltung oder zum Übergang von der analogen zur digitalen Hörfunkproduktion - wurden zumeist von Radiomitarbeitern selbst (aus der Praxis für die Praxis) geschrieben. Eine kontinuierliche medienwissenschaftliche Analyse der qualitativen Veränderungen der Radiopraxis, des Radioprogramms und vor allem der Radioästhetik bzw. der Ästhetik elektroakustischer oder radiophoner Kunstformen gibt es nicht. Auch findet sich in der Hörfunkforschung (außerhalb der quantitativen Rezeptionsforschung) keine Methodendiskussion, wie wir sie z. B. aus der Filmgeschichtsschreibung oder der Film- und Fernsehanalyse kennen.

Bis heute fehlt eine Auseinandersetzung mit den Auswirkungen des Übergangs von der analogen zur digitalen Produktionstechnik auf die Programmgestaltung des Radios und auf die künstlerische Arbeit in den Bereichen Hörspiel, Audiokunst oder Sounddesign (gibt es überhaupt so etwas wie eine ?digitale Radiokunst?, eine spezifisch digitale Ästhetik des Hörspiels?). Im Gegensatz dazu sind die Programmstruktur des digitalen Fernsehens und die Ästhetik der digitalen Film- und Fernsehproduktion bereits seit einigen Jahren Gegenstand wissenschaftlicher Arbeiten.

Angesichts der Desiderata der Medienwissenschaft auf dem Gebiet der akustischen Medien, der elektroakustischen Kunstformen und der akustischen Gestaltung audiovisueller Medien, werden die Vorzüge des Informationsaustausches innerhalb einer Arbeitsgruppe deutlich.

Die folgenden Themen könnten als erste Ansätze für den Austausch, die Debatten und Projekte in der AG Akustische Medien dienen:
  • Ästhetik digitaler Audioproduktion
  • Methoden der Audio- oder Radioanalyse
  • Technische und künstlerischer Perspektiven der Audiotechnik im Film/Fernsehen/Hörfunk
  • Perspektiven des Hörspiels und der Audiokunst im Internet
  • Medienpädagogische Konzepte für die Bereiche Audiokunst, Filmton, Hörspiel, Hörbuch, Filmmusik und Soundscape
  • Aktuelle Ansätze für Sounddesign im Hörfunk/im Fernsehen
  • Ästhetik akustische Medien/Medienästhetik der Tonträger
  • Vergleichende Analysen der Tonspur im Film

Die AG soll den Kontakt zwischen den interessierten GfM-Mitgliedern ermöglichen und ausbauen. Über eine Mailingliste können Hinweise auf Forschungsprojekte, Tagungen, Calls, Festivals/Konzerte, Vorlesungen, Seminare/Workshops, Studiengänge, besondere Fernseh- und Radiosendungen und auf neue Publikationen zugänglich gemacht werden. Interessierte bitte ich, mir entsprechende Texte oder Hinweise per E-Mail zukommen zu lassen.

Frank Schätzlein (Universität Hamburg)

Kontakt: frank.schaetzlein@uni-hamburg.de




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