Text

AG Fernsehgeschichte und Television Studies

Thema und Anliegen der Arbeitsgruppe

Fernsehwissenschaft beschäftigt sich mit der Theorie, Ästhetik und Geschichte dessen, was Gesellschaft »Fernsehen« nennt. Sie untersucht Inhalte und Programme, erkundet Verfahren und Logiken televisueller Repräsentationen, betrachtet die diskursive Rahmung der Medientechnologie Fernsehen und analysiert die sozialen Praktiken, die es hervorbringt und von denen es hervorgebracht wird. Zugleich fragt Fernsehwissenschaft immer auch danach, was Fernsehen ›ist‹ oder sein könnte. Sie begreift die eigene Arbeit nicht als Erforschung eines präexistenten Gegenstands, sondern versteht Theorien des Fernsehen als zu reflektierende gesellschaftliche Praxis seiner Konstitution. So geht Fernsehwissenschaft davon aus, dass das Medium durch eine produktive Instabilität, die immer wieder neue Formen des Fernsehens hervorbringt, gekennzeichnet ist. In einer solchen Perspektive begründet sich das Selbstverständnis von Fernsehwissenschaft als das einer Medienwissenschaft.

Fernsehwissenschaft kann auf eine lange Tradition in der deutschsprachigen Kultur- und Medienwissenschaft zurückblicken. Gegenwärtig ist Fernsehen in einer Vielzahl von Projekten, etwa im Anschluss an die Cultural Studies, unter Bezug auf angloamerikanische Ansätze der Fernsehtheorie, zum Teil auch in der Konturierung eines neuen Feldes der Serialitätsforschung Gegenstand medienwissenschaftlicher Aktivitäten. Daher ist der Bedarf an wissenschaftlicher Kommunikation groß. Die im Mai 2013 von Judith Keilbach, Herbert Schwaab, Thomas Waitz und der AG Fernsehgeschichte/Television Studies am Lehrstuhl für Medienwissenschaft der Universität Regensburg veranstaltete Konferenz Das ist Fernsehen! war ein erster und ertragreicher Versuch, diesen Austausch anzuregen und den aktuellen Bestand fernsehwissenschaftlichen Arbeitens im deutschsprachigen Raum aufzunehmen. Ein Tagungsbericht findet sich auf den Seiten der ZfM – Zeitschrift für Medienwissenschaft.

Arbeitsformen

Die Arbeitsgruppe Fernsehgeschichte und Television Studies steht allen GfM-Mitgliedern und Nicht-Mitgliedern offen, die sich mit der Erforschung des Fernsehens und angrenzender Bereiche befassen. Bei den Treffen der Arbeitsgruppe können laufende Forschungsvorhaben vorgestellt werden. Der gemeinsame Austausch betrifft theoretische Fragestellungen ebenso wie Quellenprobleme und Archivfragen.

Die Arbeitsgruppe tagt zweimal jährlich: zum einen im Rahmen der jeweiligen Jahrestagung der Gesellschaft für Medienwissenschaft, zum anderen im Frühjahr. Zur internen Kommunikation dient eine Mailingliste, in die Interessierte gerne aufgenommen werden.

Darüberhinaus betreiben wir demnächst ein Blog mit dem Titel fernsehmomente. Auf diesem Blog haben alle Mitglieder Schreibzugriff und können Hinweise, Thesen und Fundstücke veröffentlichen.

Aktuelle Veranstaltungen

-

Sprecher und Kontakt

Dr. Herbert Schwaab, Universität Regensburg — herbert.schwaab@sprachlit.uni-regensburg.de
Dominik Maeder, Universität Bonn — dmaeder@uni-bonn.de




GfM Aktuell

Stichwortsuche