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AG Populärkultur und Medien

Wenige medienkulturwissenschaftliche Konzepte sind seit jeher so eng verknüpft wie die Begriffe „Pop(ulär)kultur“ und „Medien“. Schon frühe Formen von Populärkultur waren an massenmediale Distributionsformen gebunden, allein um überhaupt Popularität in Anspruch nehmen zu können, ohne die sie wenig wirkmächtig wären. Die Auseinandersetzung mit populären Medienangeboten diente zugleich – nicht nur im Zuge der britischen Cultural Studies aber dort sicherlich zuerst in einer systematischen Form – der konsequenten Erweiterung des (medien)wissenschaftlichen Blickfelds und der Überwindung einer elitären Hierarchisierung kultureller Phänomene. Heute finden sich immer mehr gute Gründe dafür, die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit populärkulturellen Phänomenen als zentral für alle medienkulturwissenschaftliche Forschung anzusehen, weil Populärkultur sich als zuverlässiger Seismograph für Veränderungsprozesse erwiesen hat, die mit zeitlicher Verzögerung auch in anderen gesellschaftlichen Bereichen Relevanz erhalten (vgl. hierzu u.a. Jacke 2004). Diese besondere Bedeutung populärkultureller Phänomene wird vielerorts anerkannt, jedoch resultiert daraus nur selten ein systematisches Forschungsprogramm zur (Weiter)Entwicklung einer Theorie und Empirie von Populärkultur und ihrer medialen Formen. Erst jüngst haben sich neben deutschen Fortsätzen der Cultural Studies (z.B. R. Lindner, R. Horak, R. Winter, A. Hepp) und Pop(theorie)journalismen (z.B. D. Diederichsen, M. Terkessidis, M. Bunz) z.B. systemtheoretische und konstruktivistische Perspektiven auf Pop ausgebildet. Diese und weitere erscheinen oftmals (begründet) medienkulturwissenschaftlich unterfüttert (z.B. H.-O. Hügel, M. Kleiner, U. Stäheli, N. Werber), wurden bisher aber nicht systematisiert und gegenübergestellt.

Bereits heute widmen sich vier GfM-Arbeitsgruppen Medientechnologien, die klassischerweise (auch) als populärkulturell angesehen werden: Film, Fernsehen, Akustische Medien und Digitale Spiele. Diese wichtigen Ansätze sollen durch eine eigenständige AG Populärkultur nicht ersetzt, sondern vielmehr produktiv ergänzt werden. Während die genannten AGs einzelne Medientechnologien in ihren Mittelpunkt stellen und von dort ausgehend zu populärkulturellen Phänomenbereichen kommen können, soll in einer zu gründenden AG Populärkultur die Blickrichtung sozusagen umgedreht werden: Hier beginnt das Forschungsinteresse bei einem noch nicht medial fokussierten, theoretischen wie empirischen Interesse an Populärkultur und deren Zusammenhang mit und Auswirkungen auf Medien. Diese Perspektiven ergänzen sich in mehrfacher Hinsicht: Wenn man davon ausgeht, dass auch im Bereich crossmedialer Konvergenzen die Populärkultur eine Vorreiterrolle spielt und zunehmend spielen wird, ist ein solcher übergreifender Blick von entscheidender Bedeutung. Auch lassen sich erst aus einer medienübergreifenden Perspektive bestimmte theoretische wie empirische Fragen bearbeiten – angefangen bei der grundsätzlichen theoretischen Modellierung der Konzepte Populärkultur und Medien. Dabei sollen sowohl bereits vorliegende inter- und transdisziplinäre Ansätze auf Popkultur und Medien angewendet als auch genuin neue Grundlagen entwickelt werden, um der partiellen Kasuistik vorzubeugen („Ich habe auch schon mal was zu Bob Dylan gemacht“). Zugleich macht die medienübergreifenden Perspektive detaillierte und spezialisierte Fragestellungen in den Nachbar-AGs keineswegs obsolet, vielmehr profitiert sie immens von den dort gewonnenen Erkenntnissen. Sie könnte im Idealfall gar als Schnittstelle und Reflexionsinstanz zwischen den Forschungsrichtungen dienen.

Prof. Dr. Christoph Jacke, Dr. Martin Zierold


Aktuelle Projekte der AG

1 | GfM-Jahrestagung 2012 Frankfurt/M. („Spekulationen“)

Auf der GfM-Jahrestagung 2012 zum Thema „Spekulationen“ in Frankfurt am Main wird die AG mit zwei Panels vertreten sein:
I. "I Want To Believe! Spekulative Erkenntnisprozesse in Populärkulturen"
Konzeption: Dr. Marcus S. Kleiner, Dr. Thomas Wilke
Vorträge: PD Dr. Marcus Stiglegger, Prof. Dr. Ramón Reichert, Dr. Marcus S. Kleiner
Moderation: Dr. Thomas Wilke

II. "We Were Promised Jetpacks. Pop ohne Utopie?
Konzeption: Dr. Nadja Geer
Vorträge: PD Dr. Thomas Hecken, PD Dr. Jochen Bonz, Prof. Dr. Moritz Baßler, Dr. Nadja Geer
Moderation: Dr. Charis Goer


2 | Letzte Jahrestagung der AG an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg vom 13.-14. Januar 2012:

Die gut besuchte Jahrestagung der AG Populärkultur und Medien beschäftigte sich 2012 mit Phänomenen rund um den Transfer des Wissens vom Poppulären, wobei damit sowohl populärkulturelle Wissensinhalte als auch das gesellschaftlich (wissenschaftlich, medial etc.) erzeugte Wissen über Populärkultur gemeint waren. Sie rückte sowohl Aspekte der Tradierung, der Transformation und der Übersetzung dieses Wissens als auch die in der Dynamik des Wissenstransfers auftretenden ‚Störungen‘, z.B. in Form von (produktiven) Missverständnissen oder Blockaden, in den Vordergrund.
Das CfP für Tagung und Workshop finden Sie hier: Call Jahrestagung.
Das Programm der Tagung finden Sie hier: Tagungsinformationen Pop - Wissen - Transfer

2.1. | Pop / Wissen / Transfers Kurzbericht zur Jahrestagung der AG Populärkultur und Medien in der Gesellschaft für Medienwissenschaft (GfM), 13. u. 14.01.2012, Oldenburg
Einen Bericht zur Jahrestagung finden Sie hier: Kurzbericht zur Jahrestagung der AG Populärkultur und Medien.

2.2. | Nachbericht „Nachwuchs“-Workshop im Rahmen der Jahrestagung 2012 „Pop/Wissen/Transfers“ der AG Populärkultur und Medien der Gesellschaft für Medienwissenschaft (GfM)
Einen Nachbericht zum "Nachwuchs"-Workshop finden Sie hier: Nachbericht „Nachwuchs“-Workshop.


3 | Publikationen zu AG-Tagungen (unter Beteiligung zahlreicher AG-Mitglieder):

3.1. | Marcus S. Kleiner, Michael Rappe (Hrsg.): Methoden der Populärkulturforschung. Interdisziplinäre Perspektiven auf Film, Fernsehen, Musik, Internet und Computerspiele. Münster: LIT 2012 (=Populäre Kultur und Medien, Bd. 3)

3.2. | Band zur AG Jahrestagung 2010 in Paderborn
Christoph Jacke, Jens Ruchatz, Martin Zierold (Hrsg.), Pop, Populäres und Theorien: Forschungsansätze und Perspektiven zu einem prekären Verhältnis in der Medienkulturgesellschaft, Münster: LIT 2011 (=Populäre Kultur und Medien, Bd. 2)



Projekte der AG 2008-heute

Archiv der AG

Kontakt:

Falls Sie in unseren Verteiler aufgenommen werden möchten oder Interesse an einer Mitarbeit haben, freuen wir uns auf Ihre Mail an:
Dr. Charis Goer, charis.goer@uni-bielefeld.de
Dr. Marcus S. Kleiner, kleiner@medienwissenschaft.uni-siegen.de
Univ.-Prof. Dr. Christoph Jacke, christoph.jacke@uni-paderborn.de


Derzeit besteht unser Verteiler bereits aus 175 Mitgliedern insgesamt, davon 70 GFM-Mitglieder, 105 Gast-Mitglieder (Stand März 2011). Wir freuen uns über weitere InteressentInnen und sind besonders stolz, dass in der AG eine offene Diskussion über alle Statusgruppen (von Studierenden bis zu ProfessorInnen) und auch über viele vermeintliche Disziplinengrenzen hinweg geführt wird.




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