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Fachgeschichte: Entwicklung der Medienwissenschaft

Das Fach ist in Forschung und Lehre erfolgreich institutionalisiert und etabliert. Dies manifestiert sich u.a. in mehreren SFBs, Forschungs- und Graduiertenkollegs der DFG (1) sowie in einer breitgefächerten Publikationstätigkeit der Fachvertreterinnen und Fachvertreter.
Zugleich haben sich sowohl die Medien selbst als auch die Medienwissenschaft innerhalb der letzten beiden Jahrzehnte äußerst dynamisch entwickelt. Bereits einige kurze Stichworte zur Genese des Faches: Medienwissenschaft können diese Dynamik verdeutlichen:
  • Als Ergebnis einer intensiven Diskussion in den Geisteswissenschaften entwickelte sich seit den siebziger Jahren unter dem Namen Medienwissenschaft in den deutschsprachigen Ländern ein Wissenschaftsprofil mit eigenständigen Gegenstandsbereichen, Erkenntnisinteressen, Theorien und Methoden. Damit reagierten die Philologien auf gravierende und unabweisbare gesellschaftliche Veränderungen, die die intensive Nutzung zunächst vor allem der audiovisuellen Medien mit sich brachten.
  • In der zweiten Hälfte der achtziger Jahre etablierte sich die Medienwissenschaft als wissenschaftliche Disziplin an deutschsprachigen Universitäten in der Form von eigenständigen Forschungsprojekten und Studiengängen. Einzelmedien-Wissenschaften wie die Film- bzw. die Film- und Fernsehwissenschaft reagierten auf die wachsende Bedeutung digitaler Medien und die zunehmenden Verflechtungen des Mediensystems durch die Öffnung ihrer Gegenstandsbereiche. Der Medienbegriff wurde verallgemeinert und es entwickelte sich eine allgemeine Medientheorie, die an philosophische, erkenntnistheoretische, technik- und gesellschaftstheoretische Konzepte anschloss.
  • Seit Ende der neunziger Jahre intensivierte sich der Prozess der kontinuierlichen Vernetzung von Forschungsfeldern und Curricula, was u.a. in der Akkreditierung einschlägiger BA/MA-Studiengänge im Rahmen des Bologna-Prozesses zum Ausdruck kam.
  • Die notwendige fachinterne Reflexion über die Systematik des Faches konnte mit der - aus wissenschaftshistorischer Sicht - äußerst raschen Institutionalisierung des Studienfaches Medienwissenschaft kaum Schritt halten. Die Entwicklung des Faches und rapide Veränderungen in den Medien führten zu oft unterschiedlichen Profilen der Studiengänge an den verschiedenen Standorten.

Zugleich hat das Fach in der Lehre Studiengänge entwickelt, die auf die höchste Nachfrage in den Kulturwissenschaften sowie entsprechend hohe Abschlussquoten verweisen können und Studienabschlüsse vermitteln, die für ein äußerst breites Berufsfeld qualifizieren und auf Seiten von Medienunternehmen und institutionen auf Anerkennung gestoßen sind.

(1) Vgl.: "Medien und kulturelle Kommunikation" (SFB/FK 427) Universität Köln, "Ästhetik, Pragmatik und Geschichte der Bildschirmmedien (SFB 240) Universität Siegen, "Medienumbrüche" (SFB/FK 615) Universität Siegen, "Programmgeschichte DDR-Fernsehen - komparativ" (FOR 382) Universität Halle und Leipzig.




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