Der Umfang und die Komplexität von Gegenstandsbereich und methodischem Inventar der Medienwissenschaft erfordern sowohl eine grundständige medienwissenschaftliche Ausbildung auf den unterschiedlichen Ebenen universitärer Ausbildung als auch weiterführende Studienmöglichkeiten. Auf dieses Erfordernis hat die Medienwissenschaft seit Beginn der 90er Jahre mit der Entwicklung von curricularen Modellen reagiert.
Diese Ausbildungsmodelle sind im Zuge des Bologna-Prozesses in BA- und MA-Konzepte transformiert worden, was zugleich zu einer Vereinheitlichung der Curricula im BA-Bereich und zu einer Spezialisierung im MA-Bereich geführt hat. Ausdruck der Vereinheitlichung medienwissenschaftlicher Curricula ist dabei etwa die von der GfM moderierte wechselseitige Anerkennung medienwissenschaftlicher BA-Studiengänge und -Abschlüsse der meisten medienwissenschaftlichen Institute.
Insofern kann gerade auf der Ebene des BA-Studiums von einer weitgehenden Kompatibilität der medienwissenschaftlichen Grundausbildung ausgegangen werden. Dabei vermittelt die Medienwissenschaft in ihren BA-Studiengängen ein - sowohl qualitativ wie quantitativ umfangreiches - Basiswissen über Zusammenhänge medialer Kommunikationsformen, technologien und -strukturen, das sowohl historische, pragmatische und ästhetische als auch medienpraktische Komponenten enthält. Zugleich werden die Studierenden darin geschult, den Umgang mit Medien kritisch zu reflektieren und den Einsatz von Medien sachgemäß und effizient vorzunehmen. Das in den BA-Curricula vorgesehene Wissen und die entsprechenden Kompetenzen bilden die absolut notwendige Voraussetzung für einen systematischen Studienaufbau sowie die Vertiefungen und Spezialisierungen in allen weiterführenden, jeweils unterschiedlich ausgerichteten medienwissenschaftlichen MA-Studiengängen.
Eine dritte Phase der curricularen Entwicklung, nämlich die Einrichtung von medienwissenschaftlichen Promotionsstudiengängen, ist an einigen Instituten bereits vollzogen worden bzw. sie steht kurz bevor. Eine Promotion im Fach Medienwissenschaft setzt aufgrund der Komplexität und Breite der zu bearbeitenden Fragestellungen sowohl ein breites medienhistorisches, -theoretisches, -ästhetisches und methodisches Grundlagenwissen als auch die in MA-Studiengängen erworbene Kompetenz in der Analyse ebenso spezifischer wie komplexer medienwissenschaftlicher Fragestellungen voraus.
Zugleich muss festgestellt werden, dass die Nachfrage nach medienwissenschaftlichen Ausbildungsangeboten eminent und in mehr als einem Jahrzehnt kontinuierlich gewachsen ist: Als Folge davon haben praktisch sämtliche medienwissenschaftlichen Studiengänge Zugangsbeschränkungen (NC) insbesondere im BA-, aber auch im MA- Bereich einführen müssen.
Eine kulturwissenschaftlich orientierte Medienwissenschaft ist u.a. an den folgenden Hochschulstandorten vertreten: Basel, Berlin, Bochum, Braunschweig, Düsseldorf, Erlangen, Fribourg, Graz, Halle, Hamburg, Jena, Kiel, Klagenfurt, Köln, Konstanz, Linz, Lüneburg, Mainz, Marburg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Siegen, Trier, Weimar, Zürich...
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